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Posted: Oct 25, 2011

Wie Zellen mit Biomaterialien verschmelzen

(Nanowerk News) Die Soja-Kovaleskaja-Preisträgerin Marga Lensen untersucht mit ihrer Arbeitsgruppe, wie Zellen auf nano- und mikrostrukturierte Oberflächen von Biomaterialien reagieren. Das sind synthetische Materialien, die in Kontakt mit biologischen Systemen wie Blut oder Gewebe kommen. So erschliesst die Juniorprofessorin beim Exzellenzcluster "Unifying Concepts in Catalyses" (UniCat) Materialien für biomedizini-sche Anwendungen.
"Wir haben entdeckt, dass sich Zellen an Biomaterialien wie Hydrogele binden, die an sich zellabweisend sind. Dies hängt mit der Oberflächenstruktur zusammen. Und die können wir verändern", berichtet Marga Lensen über ihre Forschung. Damit sich das Biomaterial besser mit den Zellen verbindet, züchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Zellkultur von Fibroblasten, die im Bindegewebe vorkommen, auf Hydrogelen mit bestimmten Oberflächenmustern, zum Beispiel Wellen oder Poren.
Für biomedizinische Anwendungen ist ihre Forschung grundlegend. Denn ein medizinisches Material wie Titan wird durch eine Beschichtung mit diesen Hydrogelen im Körper verträglicher. Ein Ziel von Professorin Lensen und ihren Kolleginnen und Kollegen: Sie möchten "Scaffolds" entwickeln, eine 3-D-Struktur der Hydrogele, die es ermöglicht, dass die Zellen mit dem Biomaterial "verschmelzen". Sie sollen im Material wachsen und sich zu einem funktionierenden Gewebe wandeln.
Ihre Ziele verfolgt Marga Lensen auf direktem Weg. Sie besuchte bereits während der Schulzeit Universitäten, die Chemie anbieten. Sie entschied sich für einen fächerübergreifenden Werdegang, studierte "Molekulare Wissenschaften" und forscht heute in einem interdisziplinären Bereich aus Chemie, Physik, Biologie, Mathematik und Informatik. Nach einem Alexander-von-Humboldt-Stipendium erhielt sie 2006 den Sofja-Kovalevskaja-Preis, mit dem die Chemikerin ihre Arbeitsgruppe und ein Zellkulturlabor mit einem Rasterkraftmikroskop zur Charakterisierung der Hydrogele aufgebaut hat. 2009 kam die gebürtige Niederländerin zum Exzellenzcluster UniCat an die TU Berlin, wurde 2010 Juniorprofessorin und leitet seitdem das Fachgebiet Nanostrukturierte Biomaterialien. Derzeit engagiert sie sich für eine Weiterfinanzierung ihrer Arbeitsgruppe an der TU Berlin, denn der Sofja-Kovalevskaja-Preis läuft im Oktober 2011 aus.
Source: Technische Universität Berlin
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