NANO meets water VI: Nanotechnik fŁr die Wasser-Praxis

(Nanowerk News) Am 19. Februar 2015 hie√ü es wieder "nANO meets water" bei Fraunhofer UMSICHT. Gut 100 Fachleute aus Industrie und Wirtschaft kamen nach Oberhausen, um sich beim Thema Innovationen und Risiken von Nanomaterialien f√ľr die Wassertechnik auf den neuesten Stand zu bringen. Auch das Brennpunktthema "Mikroplastik" fand bei allen Beteiligten gro√üen Anklang.
Bereits zum sechsten Mal traf sich bei Fraunhofer UMSICHT die Fachwelt der Nano- und Wasserbranche unter dem Motto "nANO meets water". Grund f√ľr die Initiatorin der Veranstaltungsreihe, Dr. Ilka Gehrke, in die mit ca. 100 Teilnehmern sehr gut besuchte Veranstaltung mit einem Res√ľmee der vergangenen sechs Jahre "nANO meets water" zu starten: Welche Nanomaterialien f√ľr die Wassertechnik gibt es? Wo liegt das Anwendungspotenzial? Wo werden sie bereits eingesetzt? Nach dem einleitenden Vortrag, in dem Dr. Michael Gross auf Nanopartikel hinwies, die in der Natur vorkommen, berichtete anschlie√üend Dr. Albert Schnieders von der Firma CNM Technologies aus der Praxis. Er stellte eine Nanofolie vor, die bisher vorrangig f√ľr die Gasseparation eingesetzt wird, jedoch auch im Wasserbereich Verwendung finden kann.
presentation
Gut 100 Fachleute aus Industrie und Wirtschaft bei "nANO meets water VI"
Fraunhofer UMSICHT hat zusammen mit weiteren Projektpartnern diverse Nanokomposit-Filter entwickelt, mit denen zum einen photokatalytisch Spurenstoffe aus dem Wasser eliminiert werden können. Des Weiteren gibt es Varianten, die vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf mit selektiven Proteinschichten (protein layer) versehen werden und Wertstoffe wie Seltenerdmetalle und Platingruppenelemente aus Abwasser gewinnen können. Das KIT in Karlsruhe beschäftigt sich mit Nanofiltrationsmembranen und Nano-Biomembranen zur Spurenstoffelimination, wie Prof. Andrea Iris Schäfer, zu berichten wusste.
Nanomaterialien bieten viele Anwendungsm√∂glichkeiten in der Wassertechnik. Sie stehen aber in Konkurrenz zu relativ preiswerten und etablierten Materialien wie Aktivkohle oder √ľblichen Membranverfahren. "Es m√ľsste mehr Werbung daf√ľr gemacht werden, dass Nanotechnik viele Vorteile wie gro√üe Oberfl√§chen, hohe Flexibilit√§t u.v.m. aufbietet, die eigentlich noch zu wenig genutzt werden", war die einhellige Meinung der Fachleute.
Nanomaterial in der Umwelt
Mit eventuellen Problemen in Zusammenhang mit Nanotechnik besch√§ftigten sich die folgenden drei Vortr√§ge. Dr. Ralf K√§gi, EAWAG, und Dr. Fadri Gottschalk, ETSS Gottschalk & Co., waren extra aus der Schweiz angereist, um √ľber die Toxizit√§t und Ausbreitungswege von Nanopartikeln zu referieren. Sie best√§tigten, dass eingesetzte Silber-Nanopartikel komplett sulfidisiert werden. Sie gehen somit in einen Zustand √ľber, in dem von den Partikeln keine Gef√§hrdung f√ľr Mensch und Umwelt ausgeht. Allerdings kann es laut Dr. K√§gi zu einer Wiederfreisetzung durch beispielsweise die Verbrennung von Kl√§rschlamm kommen. Ihr Wissenschaftskollege Jonas Baumann von der Universit√§t Bremen untersuchte Eisennanopartikel, die erfolgreich zur Bodensanierung eingesetzt werden und ihre potenzielle Wirkung auf Kleinstorganismen wie beispielsweise Wasserfl√∂he.
Ein Problem, die Ausbreitungspfade von Nanopartikeln in der aquatischen Umwelt zu verfolgen, liegt beispielsweise in der nicht ausreichenden Datengrundlage. "Es sind noch nicht einmal genaue Zahlen zu den Produktionsmengen bekannt", beklagte Dr. Gottschalk.
Brennpunktthema: Mikroplastik
Gro√üe Erwartungen hatten die Beteiligten bereits im Vorfeld an das Brennpunktthema "Mikroplastik". Die drei Vortr√§ge lieferten einen guten √úberblick √ľber den Stand der wissenschaftlichen Arbeiten ‚Äď zun√§chst gab es eine Zusammenfassung der vorhandenen Fakten von Ralf Bertling, Fraunhofer UMSICHT, dann folgte die Sicht der Beh√∂rden durch Maren He√ü vom Landesamt f√ľr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) sowie der Blickwinkel der Wissenschaft durch Prof. Christian Laforsch von der Universit√§t Bayreuth, der die Forschung auf diesem Gebiet in Bayern und Baden-W√ľrttemberg leitet.
Fraunhofer UMSICHT hingegen wird in NRW aktiv: In Kooperation mit dem Institut f√ľr Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA) in Duisburg, dem Wupperverband und in enger Abstimmung mit dem LANUV sollen wissenschaftlich Untersuchungen in Kl√§ranlagen in NRW Aufschluss √ľber die Problematik des dort vorhandenen Mikroplastiks bringen. Die einhellige Auffassung ist, dass sich zwar nachweislich sehr viel Plastik und Mikroplastik sowohl in den Meeren und Ozeanen wie auch in Fl√ľssen befindet. Es gibt aber trotz 19 vorliegender Studien immer noch zu wenig verl√§ssliche und vergleichbare Analysen, auf denen eine weitergehende Strategie aufgebaut werden kann. Dies soll kurz- bis mittelfristig durch bessere Kooperation verbessert werden.
Einen gro√üen Teil dazu tr√§gt Fraunhofer UMSICHT mit der gerade entstehenden Internetplattform "Initiative Mikroplastik" bei. Hier werden Forschungsergebnisse und sonstige Informationen ver√∂ffentlicht, sodass eine gute Vernetzung vereinfacht wird. Es wird die gesamte Wertsch√∂pfungskette betrachtet: Vermeidung, Substitution, Eintrags- und Abbauwege sowie Entsorgung ‚Äď sowohl in Binnengew√§ssern als auch in den Meeren.
Blick nach oben
Den Abschluss von "nANO meets water" bildete ein Vortrag von Prof. Johannes Feitzinger mit dem Titel "Woher kommt das Wasser im Universum und wie kommt es auf die Erde?". Der Physiker und Astronom der Ruhr-Universität Bochum beschrieb anschaulich und auch visuell sehr eindrucksvoll den Weg des Wassers aus dem Universum auf die Erde, begleitet von spektakulären Ein- und Ausblicken in den Weltraum.
Source: Fraunhofer-Institut f√ľr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik
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