Nanomedizin gegen Krebs: EU fŲrdert Folgeprojekt

(Nanowerk News) Gemeinsam mit Wissenschaftlern von zehn Partnerinstitutionen aus f√ľnf europ√§ischen L√§ndern setzen Radiologen des Universit√§tsklinikums Jena ihre Forschungsarbeit an multifunktionellen magnetischen Nanopartikeln fort, die zur Detektion und Bek√§mpfung von Krebs eingesetzt werden sollen.
Prof. Dr. Ingrid Hilger mit Proben von Tumorzellen des Pankreas
Prof. Dr. Ingrid Hilger mit Proben von Tumorzellen des Pankreas.
Die Forscher wollen die Validierung und Herstellung der Partikel vorantreiben bis zur Vorbereitung einer kontrollierten Therapiestudie gegen Bauchspeicheldr√ľsenkrebs. Die EU f√∂rdert die Kooperation als Horizon2020-Projekt mit insgesamt sieben Millionen Euro. "Wir wollen die experimentellen Untersuchungen abschlie√üen und den Laborma√üstab hinter uns lassen, um die klinische Testung und die Zulassung in Angriff nehmen zu k√∂nnen‚Äú, beschreibt Prof. Dr. Ingrid Hilger das Ziel des Projektes. Die Leiterin der Arbeitsgruppe experimentelle Radiologie am Uniklinikum Jena war schon an der Entwicklung der Nanopartikel beteiligt.

Die in einer Trägersubstanz gebundenen multifunktionellen magnetischen Nanopartikel sind mit spezifischen Antikörpern und Zytostatika versehen, so dass sie sich zielgerichtet an Krebszellen anlagern und die Chemotherapeutika direkt vor Ort bringen können. Die magnetischen Eigenschaften der Partikel ermöglichen zudem, dass auch kleinste Absiedlungen im MRT sichtbar werden, und eine punktgenaue Erhitzung und Aktivierung der Chemotherapeutika durch äußere Magnetfelder.

Ingrid Hilger: ‚Äě"Wir konnten in Zellkulturen und im Tiermodell die Sicherheit und die Wirksamkeit der Nanopartikelformulierungen gegen Brust- und Bauchspeicheldr√ľsenkrebs nachweisen.‚Äú
Vom Labor in den klinischen Maßstab und Test
Das NoCanTher-Konsortium mit Forschungszentren, Kliniken und Unternehmen aus Spanien, Frankreich, Deutschland, Gro√übritannien und Irland geht jetzt den n√§chsten Schritt: Die Nanopartikel m√ľssen im gr√∂√üeren Ma√üstab hergestellt und dabei alle Prozesse auf die strengen Qualit√§tsrichtlinien der Arzneimittelproduktion ausgerichtet werden. Die Jenaer Wissenschaftler werden an der Feinabstimmung der medikament√∂sen und der thermischen Wirkung der Partikel arbeiten, die an die physiologischen Vorg√§nge im menschlichen K√∂rper angepasst sein m√ľssen.
Das sind die Voraussetzungen f√ľr die Planung und Beantragung einer klinischen Phase-I Studie, in der die Substanzen erstmals klinisch an Patienten getestet werden. ‚ÄěIm Idealfall wollen wir mit einer kontrollierten Therapiestudie gegen Bauchspeicheldr√ľsenkrebs beginnen, um diesen vielversprechenden Therapieansatz der Nanomedizin gegen Krebs der klinischen Anwendung ein St√ľck n√§her zu bringen‚Äú, so Ingrid Hilger.
Die EU f√∂rdert das auf f√ľnf Jahre angelegte Projekt im Rahmen ihres Horizon2020-Programms mit insgesamt sieben Millionen Euro; eine Dreiviertelmillion davon geht an die vierk√∂pfige Projektgruppe am Uniklinikum Jena.
Source: Universitätsklinikum Jena
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