TA Swiss ver÷ffentlicht Studie zu den Auswirkung von Nanomaterialien auf Umwelt und Gesundheit (m/video)

(Nanowerk News) Federleichte und dabei superrobuste Velorahmen aus Nanokohlenstoff. Sportsocken, die dank Silbernanopartikeln niemals zu m├╝ffeln beginnen. Nanotechnisch optimierte Sonnenschutzcremen, die UV-Strahlen wirksam abblocken. Kein Zweifel: Die Nanotechnik er├Âffnet betr├Ąchtliche Chancen. Dank ihr k├Ânnen neuartige Werkstoffe hergestellt werden, die es erlauben, den Material- und Energieverschleiss zu reduzieren. Namentlich im Hinblick auf den Klimaschutz gibt es bereits heute vielversprechende Anwendungen, so zum Beispiel im Bereich der Bauwirtschaft und des Fahrzeugbaus.
Dank ihrer neuartigen Eigenschaften verf├╝gen Nanomaterialien ├╝ber ein bemerkenswertes Potenzial. Das macht sie nicht zuletzt f├╝r die Wirtschaft ausgesprochen interessant: In den n├Ąchsten Jahren d├╝rfte die j├Ąhrliche Wachstumsrate f├╝r Nanomaterialien auf dem Weltmarkt bis zu 15 Prozent betragen. Allerdings, so das differenzierte Fazit der TA-SWIS-Studie zu den Auswirkungen von Nanomaterialien auf Umwelt und Gesundheit, muss auch den Risiken geb├╝hrend Rechnung getragen werden. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn Nanopartikel unkontrolliert in die Umwelt gelangen. Doch gerade hier, so zeigt die Studie, bestehen zurzeit noch betr├Ąchtliche Wissensl├╝cken.
Im Vergleich zu anderen L├Ąndern ÔÇô wie den USA mit einer gesch├Ątzten Jahresproduktion von bis zu 40'000 Tonnen ÔÇô werden in der Schweiz keine Nanomaterialien im grossvolumigen Industriemassstab hergestellt. Dennoch haben auch hierzulande Nanomaterialien im Alltag Einzug gehalten, insbesondere als UV-Schutz in Farben und Lacken (Zinkoxid), in Sonnenschutzmitteln (Titandioxid), als antimikrobieller Zusatz in Textilien und Lebensmittelverpackungen (Nanosilber), in Autoreifen als F├╝llstoff zur Reduktion des Rollwiderstandes sowie als Rieselhilfe E551 in Lebensmitteln (Siliziumdioxid) oder in Tennisschl├Ągern und Velorahmen (Carbon Nanotubes). Die Studie von TA-SWISS identifiziert acht Nanomaterialien, die in der Schweiz in gr├Âsseren Mengen produziert oder verarbeitet werden, sie wertet f├╝r diese Substanzen alle relevanten Analysen der Folgen auf Umwelt und Gesundheit aus und formuliert schliesslich eine Reihe von Empfehlungen an Entscheidungstragende insbesondere in der Politik, aber auch in Industrie und Wissenschaft.
Die wichtigsten Empfehlungen der TA-SWISS-Studie:
  • Wissensl├╝cken schliessen:insbesondere in Bezug auf Freisetzungsraten, Langzeitfolgen und das Verhalten modifizierte Nanomaterialien ausserhalb des Labors.
  • Auch rund um die Entsorgung gibt es ungekl├Ąrte Fragen: Unter welchen Umst├Ąnden k├Ânnen Nanomaterialien dabei in die Umwelt gelangen und wie ist dies zu verhindern? Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.
  • Markttransparenz und Sicherstellung der Wahlfreiheit f├╝r Konsumentinnen und Konsumenten: Zurzeit sind nicht alle Nanoprodukte als solche erkennbar und oft werden Konsumg├╝ter mit dem Schlagwort ┬źnano┬╗ angepriesen, die gar keine Nanomaterialien enthalten. Die Studie empfiehlt daher ein Produkteregister f├╝r Nanoprodukte zusammenzustellen und eine Kennzeichnungspflicht f├╝r Nanomaterialien einzuf├╝hren.
  • Die Studie empfiehlt weiter, Schweizer Recht mit den Vorgaben der Europ├Ąischen Union zu harmonisieren und punktuell sogar ├╝ber EU-Recht hinaus zu gehen. So gilt es im Hinblick auf die zu erwartende Zunahme des Handels mit Nanomaterialien insbesondere zu erw├Ągen, ob es nicht sinnvoll w├Ąre, die Mengenschwelle zur Registrierung von Nanopartikeln herabzusetzen.
  • Weitere Informationen
    Nanomaterialien: Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit Martin M├Âller, Andreas Hermann, Rita Gross, Mark-Oliver Diesner, Peter K├╝ppers, Wolfgang Luther, Norbert Malanowski, David Haus, Axel Zweck
    TA-SWISS, Zentrum f├╝r Technologiefolgen-Absch├Ątzung (Hrsg.), vdf Hochschulverlag AG der ETH Z├╝rich, 2013. ISBN 978-3-7281-3559-9. Kann im Open Access unter vdf Hochschulverlag AG auch kostenlos als e-Book heruntergeladen werden.
    Kurzfassung der Studie: Nagelneues aus der Zwergenschmiede. Auswirkungen von Nanomaterialien auf Umwelt und Gesundheit, TA-SWISS (Hrsg.), Bern 2013.
    Source: TA Swiss
    Subscribe to a free copy of one of our daily
    Nanowerk Newsletter Email Digests
    with a compilation of all of the day's news.
     
    These articles might interest you as well: